Unmittelbar nachdem Maik Wengerodt aufgrund von Kommunikationsproblemen innerhalb des Vorstandes sein Amt zur Verfügung stellte, trat mit Jan Genseke ein weiteres – mit großer Mehrheit gewähltes – Vorstandsmitglied der BSG Wismut Gera zurück. Mit dem langjährigen Vereinsmitglied verliert die BSG nicht nur eine wichtige Identifikationsfigur, sondern auch einen der wenigen Vermittler innerhalb eines gespaltenen Vereins.

Die Entwicklung von Jan Genseke zeigt, welches Potential der Fußball und insbesondere ein echtes Vereinsleben hat. Ohne das frühere Leben von Gesenke im Einzelnen darzustellen, mit der vielzitierten Sonnenseite hatte dies nicht viel gemein. Doch der Fußball gab dem gelernten Heilerziehungspfleger Halt. Genseke war viele Jahre eine feste Größe in der Fanszene und hatte sich als Trainer, Spieler und Helfer immer aktiv in das Vereinsleben eingebracht. Sein Engagement im Rahmen der Fluthilfe 2013 würdigte sogar der Bundespräsident.

Im März 2019 ging Genseke dann den nächsten Schritt und kandidierte für den BSG-Vorstand. Mit einem respektablen Ergebnis zog er in das Vereinsgremium ein und sorgte für eins der wenigen positiven Ergebnisse eines besonderen Wahlabends. Dass die Wahl nicht jedem gefiel, war nach der demokratischen Abkehr vom “Nur in dieser Kombination”-Dreier-Vorstand wenig verwunderlich. Schließlich war zu erwarten, dass mit Jan Genseke die Meinunsgvielfalt größer wird. Doch auch der größte Zweifler musste anerkennen, dass Genseke seine ehrenamtliche Tätigkeit für die BSG mit einem unglaublich großen Engagement ausübte und er bereits nach kurzer Zeit unverzichtbar geworden war. Doch immer wieder wurde er während seiner Amtszeit übergangen. Selbst Nichtmitglieder wollten an Genseke vorbei, über die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins bestimmen.

In diesem Zusammenhang soll nicht in Vergessenheit geraten, dass dem ehemaligen Präsidenten Fiedler öffentlich vorgeworfen wurde, ohne Rücksprache mit dem Vorstand eigenmächtig zu handeln. Diese Kritik wirkt in Anbetracht der aktuellen Geschehnisse wunderlich.

Mit dem Rücktritt von Jan Genseke dürfte es nun ruhiger werden, sowohl für den BSG-Vorstand als auch die sportliche Leitung. Kritische Fragen dürften zur Ausnahme werden, dabei gäbe es viele Entwicklungen, die nachdenklich machen sollten und im Widerspruch zu ursprünglich erklärten Zielen stehen.

Jan gilt der Dank für ein unglaublich großes Engagement. Er hat neben der Ausgestaltung der Öffentlichkeitsarbeit die Rolle des Vermittlers bestens ausgefüllt. Er hatte auch kein Problem, Fehler einzugestehen. Das hat durchaus Seltenheitswert innerhalb der Wismut. Die BSG wird nicht die größte Herausforderung in seinem Leben gewesen sein, aber trotzdem zeigt die Entwicklung, dass er trotz einzelner Rückschläge immer wieder den richtigen Weg findet. Er wird also auch ohne die BSG erfolgreich sein, ob dies umgekehrt gilt, darf bezweifelt werden.

Glück auf und Danke Jan, sagt der Paparazzo!

Die Erklärung zum Rücktritt

Liebe Mitglieder und Fans der BSG Wismut Gera,
hiermit möchte ich meinen Austritt aus dem Vorstand der BSG Wismut Gera bekannt geben.

Öffentlichkeitsarbeit ist keine „Hau-Ruck-Aktion” sondern sollte durchdacht und nach bestimmten Kriterien vollzogen werden. Dies ist mir leider nicht mehr möglich. Zu oft wurde ich in letzter Zeitübergangen. Daher habe ich beschlossen den Vorstand des Vereins mit sofortiger Wirkung zu verlassen.

Schwerwiegend kommt hinzu, das es ein massiven Vertrauensverlust gibt und dieser schon seit Monaten vorliegt. Trotz intensiver Bemühungen, die Kommunikation dahin gehend zu verbessernund somit eine erfolgreichere Arbeitsweise zu schaffen, kann ich bis zum heutigen Tage leider keine Bemühungen auf Änderungen feststellen.

Jeder weiß, dass mein Herz seit über zwei Jahrzehnten an diesem Verein hängt und viele können sicherlich nachvollziehen wie schwer mir dieser Entschluss jetzt fällt. Ich wünsche dem Verein für die Zukunft alles erdenklich Gute und bedanke mich bei allen Personen, die mich während meiner Zeit im Vorstand unterstützt haben.

Auch wenn die erste Männermannschaft mit Platz 1 in der Tabelle einen souveränen Saisonstart hingelegt hat, darf dies nicht über die in meinen Augen massiven Probleme innerhalb des Vereins hinweg täuschen.

Selbstverständlich werde ich, unter gewissen Rahmenbedingungen, jederzeit wieder bereitstehen um den Verein zu unterstützen. Einem gemeinsamen Treffen aller Parteien, um die zukünftige Zielausrichtung des Vereins zu besprechen, stehe ich offen gegenüber.

Glück Auf!

Jan Genseke