Ousseynou Niang – Ein stiller Afrika-Cup-Sieger

Ousseynou Niang gehört zu jener Generation senegalesischer Fußballer, deren Karriere nicht von großen Schlagzeilen, sondern von kontinuierlicher Entwicklung, Geduld und mannschaftlichem Erfolg geprägt ist. Geboren am 12. Oktober 2001 in Ziguinchor, durchlief Niang die renommierte Diambars-Akademie, bevor ihn sein Weg über Lettland schließlich nach Belgien zu Royale Union Saint-Gilloise (RUSG) führte – einem Klub, der sich in den vergangenen Jahren als ideale Plattform für junge afrikanische Talente etabliert hat.

Ankommen und Wachsen bei Union Saint-Gilloise

Nach seinen ersten europäischen Stationen beim FK Auda und beim Riga FC wechselte Niang 2024 zu Royale Union Saint-Gilloise. In Belgien fand er ein Umfeld vor, das auf Dynamik, Intensität und taktische Disziplin setzt. Schritt für Schritt arbeitete er sich in die Rotation der Mannschaft, sammelte Einsätze in der Liga und auf internationaler Bühne und bestätigte dabei sein Profil als vielseitiger Offensivspieler mit Tempo und Tiefgang.

Der Afrika-Cup: Bitteres Finale

Ein besonderer Moment in Niangs Karriere war die Einberufung zur senegalesischen Nationalmannschaft für den Afrika-Cup. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Assane Diao wurde Niang kurzfristig in den Kader berufen – ein großer persönlicher Erfolg und eine Anerkennung seiner Leistungen auf Klubebene.

Sportlich blieb seine Rolle jedoch begrenzt. Niang kam während des gesamten Turniers nicht zum Einsatz. Der bitterste Moment folgte ausgerechnet am Finaltag: Kurz vor dem Warm-up für das Endspiel verletzte sich Ousseynou Niang und musste das Aufwärmen abbrechen. Damit war auch die letzte theoretische Hoffnung auf einen Einsatz im Finale dahin. Für den Spieler selbst war dies besonders schmerzhaft – so nah an einem der größten Spiele des afrikanischen Fußballs und doch gezwungen, von außen zuzusehen.

Senegals Triumph

Das Finale selbst ging als eines der außergewöhnlichsten der Afrika-Cup-Geschichte in die Annalen ein. Senegal traf auf Gastgeber Marokko, und das Spiel wurde von heftigen Diskussionen, Protesten und Spielunterbrechungen geprägt. Ein umstrittener Elfmeter für Marokko sorgte für einen kollektiven Protest der senegalesischen Spieler, die zeitweise den Platz verließen. Nach Wiederaufnahme des Spiels hielt Torhüter Édouard Mendy den Strafstoß – ein Wendepunkt.

In der Verlängerung erzielte Senegal schließlich den entscheidenden Treffer und sicherte sich den Titel. Auch wenn Niang keine Minute auf dem Platz stand, ist er offiziell Afrika-Cup-Sieger mit Senegal – ein Titel, der seine Vita schmückt, auch wenn er persönlich von gemischten Gefühlen begleitet sein dürfte.

Rückkehr nach Europa und Blick nach vorn

Nach dem Turnier kehrte Niang zu Union Saint-Gilloise zurück, wo er wieder den Fokus auf den Klubfußball legte. In der Champions League kommt es am nächsten Spieltag zu einer besonderen Konstellation: Royale Union Saint-Gilloise trifft auf den FC Bayern München mit dem senegalesischen Nationalspieler Nicolas Jackson. Beide kennen sich vom Afrika-Cup, doch es gilt als wahrscheinlich, dass weder Niang noch Jackson in diesem Spiel zum Einsatz kommen werden. Dennoch unterstreicht dieses Duell die wachsende Präsenz senegalesischer Spieler auf höchstem europäischem Niveau.

Neue senegalesische Verbindung: Massiré Sylla

Parallel dazu setzt Royale Union Saint-Gilloise weiter auf Talente aus dem Senegal. Mit Massiré Sylla verpflichtete der Klub einen jungen Innenverteidiger, der ebenfalls aus der Diambars-Schule stammt. Die Neuverpflichtung stärkt nicht nur die Defensive, sondern vertieft auch die senegalesische Achse im Kader – eine Verbindung, von der auch Niang profitieren kann, sowohl sportlich als auch menschlich.


Quellen

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