Der Traum von einem neuen Stadion für Union Saint-Gilloise rückt ein Stück näher. Die Brüsseler Umweltbehörden haben eine umstrittene Ausnahmegenehmigung bestätigt, die den Weg für den Bau im Parc de Bempt ebnet – trotz massiver Eingriffe in Natur und Artenvielfalt. Doch obwohl der Verein einen wichtigen Etappensieg errungen hat, sind zentrale Genehmigungen weiterhin offen und rechtliche wie politische Unsicherheiten bleiben bestehen.
Die Pläne von Union Saint-Gilloise für ein neues Stadion im Parc de Bempt in Forest haben einen wichtigen Etappensieg erreicht. Das Umweltkollegium der Region Brüssel-Hauptstadt hat eine von Bruxelles Environnement gewährte Ausnahmegenehmigung bestätigt, die es dem Verein erlaubt, trotz Naturschutzauflagen in das sensible Gebiet einzugreifen. Damit darf Union unter strengen Bedingungen 237 Bäume fällen und bestimmte natürliche Lebensräume beeinträchtigen.
Die Entscheidung basiert auf der Einschätzung der Regionalbehörden, dass das Projekt aus Gründen des großen öffentlichen Interesses gerechtfertigt sei. Das neue Stadion soll nicht nur den strukturellen Wachstum des Vereins und seiner Fangemeinde unterstützen, sondern auch soziale Dynamik, lokalen Zusammenhalt und die internationale Ausstrahlung der Region Brüssel stärken. Zudem soll es den UEFA-Anforderungen für europäische Wettbewerbe entsprechen.
Gleichzeitig ist die Genehmigung an umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen geknüpft. Union Saint-Gilloise muss deutlich mehr Bäume neu pflanzen, Fällarbeiten zeitlich begrenzen, Nistkästen für mehrere Vogelarten errichten und aus dem gefällten Holz Schutzräume für Igel schaffen. Auch die Gestaltung der Einfriedung des Geländes muss die Durchlässigkeit für Wildtiere gewährleisten.
Trotz dieser Entscheidung ist der Stadionbau noch nicht endgültig genehmigt. Sowohl die Umwelt- als auch die Stadtplanungsgenehmigung befinden sich weiterhin in Prüfung und gelten aktuell als technisch unvollständig. Zudem besteht Unsicherheit durch einen allgemeinen Baustopp für größere Projekte auf unbebauten Grünflächen in Brüssel, der bis Ende 2026 gilt.
Union Saint-Gilloise hofft dennoch, alle verbleibenden Hürden zu überwinden und spätestens 2028 das erste Spiel im neuen Stadion mit 16.000 Plätzen auszutragen – ein entscheidender Schritt für die sportliche und infrastrukturelle Zukunft des belgischen Meisters.