Der Vorstand der BSG Wismut Gera will im Rahmen der Mitgliederversammlung, die ausschließlich als Briefwahl ohne sonstige Kommunikation und Meinungsaustausch beispielsweise über Videokonferenzsysteme stattfinden soll, eine Satzung beschließen, die Mitgliederechte reduziert und gleichzeitig eine Wahl durchführen, die den demokratischen Grundsätzen der Satzung nicht gerecht wird. Weiterhin sind drei verschiedene Satzungen im Umlauf, die Zweifel daran aufkommen lassen, dass die Durchführung der Mitgliederversammlung rechtens ist. Nach der erneuten Diskreditierung engagierter Unterstützer des Vereins hat die Fangruppe “Wismut Szene 51” gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern entschieden, mit zahlreichen Anträgen und einem Wahlvorschlag die Mitgliederversammlung demokratischer zu gestalten.

Erklärung der Wismut Szene 51 & Freunde vom 22. Februar 2021:
Der Vorsitzende nennt es Kampfabstimmung, wir nennen es Wahl!

“Die Wismut-Szene nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass die Politik der Ausgrenzung und Diskreditierung engagierter Mitglieder wie dem Ex-Präsidenten mit dem Schreiben des Vorstandes der BSG Wismut Gera vom 15. Februar 2021 sowie dem Bericht des Vorsitzenden seine Fortsetzung findet. Die Wiederauferstehung der BSG Wismut Gera mit der krönenden Saison 2010/11 gelang allein durch die starke Gemeinschaft im Verein, die auch unterschiedliche Positionen und Strömungen eingebunden hat. In Anbetracht einer Mitgliederversammlung, die trotz spürbar großer Spaltung im Verein ohne Interaktion stattfinden soll und einer geplanten „Blockwahl“, die weder in der Satzung vorgesehen ist noch den dort genannten demokratischen Grundprinzipien gerecht wird und daher den Namen „Wahl“ nicht verdient, drohen im Jubiläumsjahr der BSG Wismut Gera weitere Verluste von engagierten Unterstützern.

Daher lehnen wir das Element der Briefwahl ohne vorherige Kommunikation über Videokonferenzen ab. Die Mitglieder eines Vereins haben auch in anspruchsvollen Zeiten das Recht auf eine Sachdiskussion. Die schriftliche Abstimmung ermöglicht kaum Interaktionen oder gar einen demokratischen Austausch von Argumenten und wird daher abgelehnt. Vielmehr ist als Alternative für eine Präsenz-Veranstaltung ein Zusammentritt der Mitgliederversammlung unter Einsatz von Mitteln der Telekommunikation als Videokonferenz vorzusehen.

Wir sind enttäuscht, dass nach den Aussagen des Vorstandsvorsitzenden im OTZ-Interview von 17. Februar 2021 die Vorbereitung des 70jährigen Jubiläums erst nach der Wahl und in Abhängigkeit von deren Ergebnis stattfinden soll. Für uns ist der Verein immer größer als einzelne Personen, daher werden wir – unabhängig von Ausgang der Wahl – die folgenden Anträge zur Mitgliederversammlung stellen:

Wir fordern den Vorstand auf, im Jubiläumsjahr Gespräche mit der Stadt zu suchen, um im Stadion am Steg ein Gedenken an Manfred „Manni“ Kaiser zu ermöglichen. Wir favorisieren eine Umbenennung des Stadions in „Manfred-Kaiser-Stadion“, mindestens sollte mit der Errichtung eines Gedenksteins an die besonderen Leistungen von „Manni“ erinnert werden.

Im Weiteren stellen wir einen Antrag zur Änderung der Satzung, um im Jubiläumsjahr zum alten Namen „Betriebssportgemeinschaft“ anstatt „Ballsportgemeinschaft“ zurückzukehren. Dies soll mit einer Eintragung beim Deutschen Marken- und Patentamt verbunden werden, um sicherzustellen, dass Wismut Gera endlich wieder im Besitz der Rechte für den eigenen Namen ist und somit höherklassiger Fußball in Gera nie an formellen Regeln scheitert.

Über den Umgang mit dem wichtigsten Dokument im Verein sind wir erschrocken. Zwei Satzungen sind auf der Internetseite zu finden, eine dritte wird als Änderungsvorlage genutzt. Auf welcher Grundlage nunmehr die Mitgliederversammlung einberufen und die Satzungsänderung geplant ist, wird nicht klar. Daher haben wir nicht unerhebliche Zweifel, dass die Beschlüsse der Mitgliederversammlung durch die Fehler des Vorstandes im Umgang mit der Satzung nicht rechtskräftig werden können. Unabhängig davon haben wir zahlreichen Änderungsvorschläge eingereicht.

So scheint uns 50 Jahre nach Erfindung der E-Mail das Schwarze Brett als alleiniger Ort für den Aushang der Tagesordnung als ungeeignet, vielmehr sollten doch gerade die weit verstreuten Mitglieder ein Recht auf die Zusendung der Tagesordnung und des Protokolls via E-Mail haben. Weiterhin bedauern wir, dass der Vorstand die Fördermitgliedschaft nicht in die Satzung integriert hat, obwohl es derartige Konzepte zur Mitgliedergewinnung bereits seit längerer Zeit gibt.

Mit der Regelung zur Kooptierung von vier Personen will der Vorstand faktisch die Möglichkeit der Wahl von Vorstandsmitgliedern durch die Vereinsmitglieder zur Ausnahme machen. Dies lehnen wir ausdrücklich ab, da hier Missbrauch Tür und Tor geöffnet wird. Vielmehr muss die Mitgliederversammlung den vollständigen Vorstand wählen und nur dann – also im Ausnahmefall – wenn ein Mitglied zurücktritt, kann ein Ersatzmitglied kooptiert werden.

Bezeichnend ist es, dass der Vorstandsvorsitzende in der OTZ ohne Nachfrage von der „Verhinderung einer Kampfabstimmung“ sprechen darf. Es ist keine Kampfabstimmung, die verhindert wird, sondern eine Wahl. Für dieses Recht haben vor mehr 30 Jahren engagierte Bürger auf der Straße gekämpft. Dass nunmehr den Mitgliedern der BSG eine derartige Möglichkeit vorenthalten werden soll, wirft Fragen zum Demokratieverständnis auf. Wir werden daher – im Fall einer ordnungsgemäßen und satzungskonformen Wahl von 1. Vorsitzenden, dessen Stellvertreter sowie Schatzmeister und Beisitzern – Jan Genseke als Kandidat für das Amt des 1. Vorsitzenden vorschlagen. So haben die Mitglieder der BSG Wismut Gera eine Wahl.”

Wismut Szene 51 & Freunde