12.02.2014 | Vogtlandfieber in Gera

BSG vor Rückrundenauftakt

Die BSG Wismut Gera startet frühzeitig in die zweite Saisonhälfte. Am kommenden Sonnabend steht ab 14:00 Uhr das Nachholspiel gegen den SC 1912 Leinefelde auf dem Programm. Die Begegnung war ursprünglich für den 16. November geplant, doch das hatten die Eichsfelder abgelehnt. Der Termin Anfang Dezember war dem Orkantief Xaver zum Opfer gefallen, nun soll das Spiel drei Wochen vor dem eigentlichen Start der 2. Halbserie und somit unmittelbar in der Vorbereitungsphase nachgeholt werden.

Nach einem Sieg der BSG Wismut Gera gegen den Landesklassisten FC Zeitz (8. Liga | Sachsen-Anhalt) und einer empfindlichen Niederlage gegen den Thüringer Siebtligisten SV Elstertal Silbitz/Crossen mit 1:5 fällt eine Aussage über die aktuelle Form des Tabellenfünften der Thüringenliga schwer. Der ohnehin bereits recht knappe Kader der Orange-Schwarzen wurde in der Pause weiter ausgedünnt. Mit Christian Otto (SV Aga) und Andreas Kaiser (TSV Gera-Westvororte) verliessen zwei Spieler den Ostthüringer Traditionsverein. Hinzu kommt mit Andre Jahn ein Leistungsträger, der aufgrund einer Verletzung dem Trainer Rene Grüttner nicht zur Verfügung steht. All dies wären wohl für die Anhänger der BSG berechtigte Gründe, um sich Sorgen über den weiteren Saisonverlauf zu machen, wäre da nicht eine Neuverpflichtung die nicht alles aber vieles - zumindest zeitweise - in den Schatten stellt.

Unmittelbar vor der Wechselfrist haben die Geraer mit Robin Vogtland einen "Knaller" verpflichtet. Der Rechtsverteidiger wechselte vom Regionalligisten SVN Zweibrücken nach Gera, zuvor war der 24-Jährige lange Zeit beim ehemaligen Bundesligisten und heutigen Regionalligisten FC Homburg aktiv. Seine fußballerische Ausbildung absolvierte der Blondschopf beim 1.FC Saarbrücken.

Unmittelbar vor dem Start in die Rückrunde unterhielt sich BRENNPUNKT-ORANGE.DE mit dem Hoffnungsträger der BSG Wismut Gera.

110 Zuschauer beim Testspielauftakt sind ein klares Zeichen: Gera ist im "Vogtlandfieber". Was verschlägt Dich nach Ostthüringen?
Robin Vogtland: Die Neugier verschlägt mich nach Gera. Ich habe sowohl beruflich als auch sportlich eine neue Herausforderung gesucht und in Gera gefunden. Zum einen starte ich ein Volontariat bei einem Mediensender und zum anderen spiele mit der BSG Wismut Gera in der Thüringenliga.

Du warst einer von drei Testspielern beim Trainingsauftakt. Wie haben Dich Mannschaft und Verein aufgenommen?
Robin Vogtland: Die gesamte Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen. Beide Seiten brauchten somit keine Eingewöhnungszeit, das ist eine gute Voraussetzung für die bevorstehenden Aufgaben.

Sowohl mit dem FC Homburg als auch beim SVN 1929 Zweibrücken bist Du in der vierten Liga aufgelaufen. Nun startest Du bei der BSG zwei Ligen tiefer. Wohin soll die Reise in den kommenden Monaten gehen?
Robin Vogtland: Wir wollen die 2. Halbserie erfolgreich sein und guten Fußball präsentieren. Es wäre fatal von Aufstieg zu sprechen. Aber natürlich wollen wir noch einmal ganz oben angreifen, die Mannschaft hat auf jeden Fall das Potential dazu. Für mich persönlich gilt es wieder so fit zu werden, wie ich es in der Regionalliga war. Dann sollte noch einiges möglich sein.

Du warst bei der Endrunde der Hallenkreismeisterschaft erstmals in der Panndorfhalle beim Turnier der 2. Mannschaft. Was für ein Eindruck hat das Turnier und die Stimmung bei Dir hinterlassen?
Robin Vogtland: Ich konnte mir einen ersten Eindruck von den Mannschaften aus Gera und Umgebung machen. Das Turnier war ok und die Stimmung der BSG-Fans überragend. Ich habe so etwas noch nie in der Halle erlebt, wenn diese Stimmung auch auf dem Platz herrscht, dann bin ich hier genau richtig!

Beim ersten Spiel warst Du gleich erfolgreich. Insgesamt ein gelungener Auftakt?
Robin Vogtland: Ich bin zufrieden, dass ich mich auch gleich offensiv einschalten konnte. Tore schieße ich nicht so häufig. Super, dass es im ersten Spiel gleich geklappt hat.

Beim FC Homburg hast Du Dich offensichtlich sehr wohl gefühlt, beim SVN Zweibrücken dauerte Dein Engagement nur kurz. Was hat der FC Homburg was der SVN nicht hatte?
Robin Vogtland: Mir ist der Kontakt mit den Fans immer wichtig. Ich gebe alles auf dem Platz, aber mit einer ordentlichen Stimmung im Rücken geht noch einmal 20 Prozent mehr. Es ist für einen Spieler immer schön, bei einem Traditionsklub mit einer großen Anhängerschaft zu spielen. Deswegen war der FC Homburg eine sehr schöne Station in meiner Laufbahn. Beim SVN Zweibrücken gab es leider nur wenige Zuschauer und keine Supporter. So etwas macht das Ganze unattraktiver und weniger reizvoll für mich.

2012 musstest Du 250 Euro Strafe für "Kniet nieder ihr Bauern, hier kommt der FC Homburg" zahlen. Damals haben die Fans für Dich gesammelt und die Kosten übernommen. Sollen die Ultras Gera 99 schon mal eine Sammelbüchse bereitstellen?
Robin Vogtland: Nein, ich hoffe, dass so etwas nicht mehr vorkommt. Die Fans sollen nicht für mich bezahlen müssen, ich weiß, dass sie oft ihr letztes Geld für den Fußball und den Verein ausgeben. Aber das gilt umgekehrt auch. Ich hoffe auch, dass der Verein nicht für Fans zahlen muss. Wir als Mannschaft versuchen gut zu spielen und freuen uns, wenn uns die BSG-Fans nach vorne peitschen. Ich freue mich auf spannenden Spiele für die BSG und eine tolle Atmosphäre im Stadion am Steg.

Vielen Dank für das Gespräch!
Thema:    Thüringer Fussball
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